Reichsmark. Rentenmark. Hyperinflation 1923.

Zeitgeschichtlich flankierende Ereignisdaten der Gewerkschaftgeschichte.
Antworten
Benutzeravatar
-sd-
Beiträge: 732
Registriert: 30.09.2009, 14:28
Kontaktdaten:

Reichsmark. Rentenmark. Hyperinflation 1923.

Beitrag von -sd- »

-----------------------------------------------------------------------------------------

Die Inflation von 1923 in Deutschland, auch bekannt als Hyperinflation,
war eine extreme Geldentwertung, die durch den Ersten Weltkrieg,
Reparationszahlungen und die massive Ausweitung der Geldmenge aus-
gelöst wurde. Die Preise für Güter stiegen enorm, und die Währung
verlor rapide an Wert, was zu Chaos und Verwerfungen in der deutschen
Wirtschaft und Gesellschaft führte.

-----------------------------------------------------------------------------------------

Die bis Juni 1948 offizielle deutsche Währung, die Reichsmark, hatte
ihre Funktionen als Zahlungsmittel und Wertaufbewahrungsmittel
weitgehend eingebüßt, so daß eine Flucht in die Sachwerte einsetzte.
Sie wurde nach dem Krieg teilweise durch Tauschhandel und auf dem
überall blühenden 'Schwarzen Markt' durch Sachwertwährungen ersetzt,
wie der sogenannten Zigarettenwährung, dem "Ami", was von amtlicher
Seite mit nur mäßigem Erfolg bekämpft wurde.

Quelle: GenWiki

-----------------------------------------------------------------------------------------

Bis zur Währungsreform am 20. Juli 1948 war der Rentenbankschein
von fünf Rentenmark in Deutschland im Umlauf. Das darauf abgebil-
dete Bauernmädchen symbolisiert die Landwirtschaft, neben Industrie,
Handel und Gewerbe, eine der Stützen der Deutschen Rentenbank.

Als die Rentenmark im November 1923 das Licht der Welt erblickte,
kostete der US-Dollar in Deutschland noch 4,2 Billionen alte Reichs-
mark. Die Rentenmark machte Schluß mit den vielen Nullen auf den
Banknoten und mit der Inflation. Jede Rentenmark ersetzte damals
eine Billion Papiermark. Zehn Milliarden alte Geldscheine - insgesamt
3.877 Trillionen Mark (eine Zahl mit achtzehn Nullen) - wanderten in
den Reißwolf. Zehn Jahre sollte das neue Zahlungsmittel, ein Bank-
schein der Deutschen Rentenbank, der von öffentlichen Kassen ange-
nommen werden mußte, höchstens im Umlauf bleiben, doch diese
Frist wurde zweimal verlängert. Und so konnte die Rentenmark, die
ja eigentlich nur ein "Ersatzgeld" war, schließlich ein Vierteljahr-
hundert deutscher Geldgeschichte schreiben, obwohl schon seit 1924
die neue Reichsmark ausgegeben wurde. Bis zur Währungsform 1948
blieben Scheine über eine, zwei und fünf Mark neben der Reichsmark
im Verkehr
. Nur die höheren Werte, der höchste ausgegebene Schein
hatte auf 1.000 Mark gelautet, waren bis dahin ungültig geworden.

-----------------------------------------------------------------------------------------
Antworten

Zurück zu „Flankierende Ereignisdaten der Gewerkschaftgeschichte“