Politische Zielvorstellungen der Alliierten.

Kriegsrecht der Besatzungsmächte behinderten politische Arbeit.
Antworten
Benutzeravatar
-sd-
Beiträge: 732
Registriert: 30.09.2009, 14:28
Kontaktdaten:

Politische Zielvorstellungen der Alliierten.

Beitrag von -sd- »

------------------------------------------------------------------------

Die politischen Zielvorstellungen der Alliierten nach dem
Zweiten Weltkrieg umfaßten die Entmilitarisierung, Ent-
nazifizierung
, Dekartellisierung, Dezentralisierung und
Demokratisierung Deutschlands. Diese Ziele sollten sicher-
stellen, daß Deutschland nicht erneut zu einer Bedrohung
für den Frieden in der Welt werden konnte.

------------------------------------------------------------------------

Bedingungslose Kapitulation
und politische Zielvorstellungen der Alliierten.


Am Ende des Zweiten Weltkriegs befanden sich 52 Staaten
der Welt mit Deutschland und den beiden Achsenmächten
Italien und Japan im Kriegszustand. Nach der bedingungs-
losen Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 7. Mai
1945 in Reims und am 8. Mai 1945 in Berlin-Karlshorst
übernahmen die vier Siegermächte die Regierungsverant-
wortung in Deutschland.

Am 8. Mai 1945 ruhten an allen Fronten des europäischen
Kriegsschauplatzes die Waffen. Die geschäftsführende Re-
gierung Dönitz hatte bedingungslos kapituliert. Deutsch-
land war von den Siegermächten besetzt und diesen auf
Gedeih und Verderb ausgeliefert. Zentrale deutsche Be-
hörden gab es nicht mehr. Die oberste Regierungsgewalt
wurde von den Besatzungsmächten USA, Großbritannien,
der Sowjetunion und dem später hinzugekommenen Frank-
reich ausgeübt.

Gemäß alliierter Vereinbarungen wurde Deutschland in
vier Besatzungszonen aufgeteilt, in denen die Militär-
befehlshaber >> auf Anweisung ihrer Regierungen << die
oberste Gewalt ausüben sollten. Für Fragen, die Deutsch-
land als Ganzes betrafen, sollte ein aus den vier Oberbe-
fehlshabern bestehender Alliierter Kontrollrat mit Sitz in
Berlin die Entscheidungen treffen.

Das Gebiet von Groß-Berlin wurde in vier Sektoren auf-
geteilt und seit dem 1. Juli 1945 von den vier Mächten
gemeinsam besetzt. Die ehemalige Reichshauptstadt
sollte gemeinsam von den vier Stadtkommandanten
durch eine Alliierte Kommandantur verwaltet werden.

Die >> Feststellung über die Besatzungszonen << vom
5. Juni 1945 sah zwar noch die Zoneneinteilung in den
Grenzen vom 31. Dezember 1937 vor, doch schon vor
Beginn der Potsdamer Konferenz (17.07. bis 02.08.1945)
hatte die Sowjetunion vollendete Tatsachen geschaffen
und die preußischen Provinzen östlich von Oder und
Neiße in einem am 21. April unterzeichneten Abkommen
unter polnische Verwaltung gestellt.
Benutzeravatar
-sd-
Beiträge: 732
Registriert: 30.09.2009, 14:28
Kontaktdaten:

Reparationsforderungen der Alliierten 1945.

Beitrag von -sd- »

Deutschland Reparationen, die sowohl materielle als auch
finanzielle Leistungen umfaßten. Diese Forderungen wurden
im Potsdamer Abkommen von 1945 festgelegt und sahen
vor, daß Deutschland seine zerstörte Wirtschaft wiederauf-
bauen und die Schäden des Krieges wiedergutmachen sollte.

--------------------------------------------------------------------------------

Wie die Sieger nach 1945 "Ostmasse" und "Westmasse"
verteilten.


Nach völkerrechtlicher Praxis sind Reparationen eigentlich
einem Friedensvertrag vorbehalten. Nach dem Zweiten
Weltkrieg erbrachte Deutschland jedoch ohne Friedens-
vertrag riesige Entschädigungsleistungen und einen wirt-
schaftlichen Aderlaß nach 1945 in Form von Reparationen.

Schon in Jalta verkündeten "die Großen Drei", Churchill,
Roosevelt und Stalin, am 11. Februar 1945 ihre Absicht
Deutschland zum Ersatz der den Alliierten zugefügten
Schäden zur Ader zu lassen. Ergänzt wurde die Repara-
tionsforderung im Potsdamer Abkommen vom 2. August
1945, wo die drei Siegermächte USA, UdSSR und Groß-
britannien Grundsätze und Quoten vereinbarten. Danach
wollte sich die UdSSR durch Entnahmen aus der Sowje-
tischen Besatzungszone und durch deutsche Auslands-
guthaben schadlos halten, während sich die USA und
Großbritannien aus den westlichen Zonen und den deut-
schen Auslandsguthaben befriedigen sollten. Polen wurde
auf den Anteil der Sowjetunion verwiesen. So sprach man
von einer "Ostmasse" und einer "Westmasse". Zusätzlich
zur "Ostmasse" erhielt Moskau aus der "Westmasse" noch
25 Prozent der zur Demontage vorgesehenen Industrie-
ausrüstung zugesprochen. 15 Prozent gegen Nahrungs-
mittel-, Kohle-, Holz- und andere Lieferungen, zehn Pro-
zent ohne Gegenleistung. Nachdem Moskau mit den
Gegenleistungen jedoch in Verzug geraten war, stellte die
US-Militärregierung 1946 die Lieferung von Demontage-
gütern ein.

Quelle:
Helmut Rumpf 'Wie die Sieger nach 1945 "Ostmasse"
und "Westmasse" verteilten'. In: DIE WELT, 3. Mai 1985.
Antworten

Zurück zu „Demokratischer Neuanfang ab 1945 / Gewerkschaften im Wiederaufbau“