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Der Morgenthau-Plan war ein vom damaligen US-amerikanischen Finanz-
minister Henry Morgenthau Jr. entworfener Plan, der die Umwandlung
Deutschlands in einen Agrarstaat nach dem absehbaren Sieg der Alliierten
im Zweiten Weltkrieg vorsah.
Ziel des Morgenthau-Plans war es, Deutschland nach dem Zweiten
Weltkrieg 1945 auf das Niveau eines Agrarlandes zurückzustellen.
Neben der Entmilitarisierung sollte eine Aufteilung Deutschlands statt-
finden, eine Internationalisierung des Ruhrgebiets und der Wasserstraßen
sowie die Demontage aller Industrieanlagen. Gegenstandslos wurde diese
drastische Empfehlung durch den Marshall-Plan.
Der Marshall-Plan ist – beziehungsweise war – ein 1947/48 von den USA
verabschiedetes Wirtschaftsförderungsprogramm, das unter dem eigent-
lichen Namen "European Recovery Program (ERP)" dem wirtschaftlichen
und sozialen Kollaps Westeuropas entgegenwirken sollte.
Damit waren die in 1944 zwischen den USA und Großbritannien ernsthaft
diskutierten, dann aber verworfenen Pläne Henry Morgenthaus, der
Deutschland deindustrialisieren wollte, endgültig vom Tisch.
Die Umsetzung des Marshall-Plans trug zwischen 1948 bis 1952 (West-
berlin 1957) – zum Beispiel mit Kreditvergaben, Rohstoff-, Heizmaterial-,
Lebensmittel- und anderen Güterlieferungen – wirksam zu einer erfolg-
reichen Runderneuerung von sechszehn europäischen Staaten bei.
Alles in allem im Wert von etwa 13 Milliarden US$.
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Nach dem Zweiten Weltkrieg lag Europa darnieder. Millionen Menschen
waren gefallen, Millionen Wohnungen zerstört. Felder waren verwüstet,
Fabriken verödet, Rohstoffe fehlten. Die Überlebenden dieser Katastrophe
vegetierten eher als daß sie lebten. Nicht nur in Deutschland.
1946 erreichte die Industrieproduktion in nur drei europäischen Staaten
den Vorkriegsstand. Diese drei Staaten waren Schweden, Irland und Groß-
britannien. Belgien und Frankreich erreichten etwa 75 Prozent, Finnland
und die Niederlande etwas über 60, Italien und Griechenland um 50,
Deutschland nur 22 Prozent.
Die Amerikaner waren bereit zu helfen. Nicht nur den Westeuropäern,
sondern allen Nationen. Auch den Russen, auch den Deutschen. Sie
knüpften nur eine Bedingung an die Hilfe: daß sie nicht mit jedem einzel-
nen Staat verhandeln müßten, sondern mit einer Stelle, gewissermaßen
mit Europa. Der Marshallplan, nach dem amerikanischen Außenminister
benannt, war geboren.
17 europäische Länder, die die Hilfe des Marshallplans in Anspruch
nahmen, gründeten daraufhin die 'Organisation für Europäische Wirt-
schaftliche Zusammenarbeit' (Organization for European Economic
Cooperation = OEEC). Die Dollars, die nach Europa flossen - es waren
allein zwischen 1948 und 1950 zwanzig Milliarden -, wurden zu einer
Initialzündung. In Europa geschah ein Wirtschaftswunder.
Wieder zwei Jahre später war die 'Organisation für europäische Wirt-
schaftshilfe' überflüssig geworden. Sie erweiterte sich zur 'Organisa-
tion für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung' (Organiza-
tion for Economic Cooperation and Development = OECD), deren Mit-
glieder auch die Vereinigten Staaten, Kanada und Japan sind. Europa
lieferte das Modell für den größten wirtschaftlichen Zusammenschluß
der Welt, in dem mehr als die Hälfte der Weltproduktion und zwei
Drittel des Welthandels konzentriert sind und der 95 Prozent der
Entwicklungshilfe leistet.
Quelle: 'Schritt um Schritt nach Europa'.
Herausgegeben von der Europa-Union Deutschland, Köln, 1968.
Text: Dr. Walter Loch, Beuel.
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Marshall-Plan vs Morgenthau-Plan.
Zeitgeschichtlich flankierende Ereignisdaten der Gewerkschaftgeschichte.
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