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Euthanasie-Verbrechen 1939-1945.

Verfasst: 27.07.2025, 17:28
von -sd-
1939-1945: "Euthanasie"-Verbrechen.
Massenhafte Morde durch medizinisches Personal.


Mit einem auf den 1. September 1939 rückdatierten Schreiben gab Hitler
das Signal für den ersten industriellen Massenmord der Geschichte. Im
Rahmen der später als "Aktion T4" bezeichneten Mordkampagne wurden
insgesamt sechs Tötungsanstalten eingerichtet, darunter Schloss Hartheim
bei Linz. Medizinisches Personal entschied, ob Patientinnen / Patienten
aus psychiatrischen Anstalten in Gaskammern ermordet wurden –
Heilungsaussichten und Arbeitsfähigkeit waren dabei die wichtigsten Kri-
terien. Insgesamt verloren auf diese Weise 70.000 Menschen das Leben,
davon 18.000 alleine in Hartheim.

Nachdem Hitler im August 1941 die Gasmordaktion einstellen ließ, wurde
ein großer Teil des "T4"-Personals für die Vernichtung der jüdischen Bevöl-
kerung Polens („Aktion Reinhardt“) eingesetzt. Die "T4"-Anstalten wurden
zudem bis Kriegsende auch für die Ermordung von KZ-Häftlingen verwendet
(Aktion '14f13'), alleine in Hartheim kamen dabei bis zu 10.000 Menschen
ums Leben. In zahlreichen psychiatrischen Anstalten kam es zu einem mas-
siven Anstieg der Sterblichkeit durch systematische Vernachlässigung und
Nahrungsentzug ("dezentrale Euthanasie"); oft wurden Patientinnen und
Patienten auch direkt durch überdosierte Medikamente getötet oder –
im Fall der Heil- und Pflegeanstalten Mauer-Öhling und Gugging – durch
Stromstöße. Parallel dazu wurden Kinder mit geistigen Behinderungen im
Rahmen der sogenannten "Kindereuthanasie" begutachtet und ermordet –
in Österreich in der 1940 errichteten Wiener Anstalt „Am Spiegelgrund“
sowie in der Grazer Heil- und Pflegeanstalt "Am Feldhof".

Quelle: Haus der Geschichte Österreich
https://hdgoe.at/euthanasie-verbrechen