AdsD der FES in Bonn.

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-sd-
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AdsD der FES in Bonn.

Beitragvon -sd- » 05.11.2009, 12:31

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Das Archiv der sozialen Demokratie soll dafür sorgen, daß stolze Seiten und gute Kapitel
der jüngeren deutschen Geschichte weder ausgespart noch falsch gezeichnet werden.

Es soll, um ein bekanntes Wort abzuwandeln, auch dazu beitragen, daß die Wirklichkeit
nicht nur unterschiedlich interpretiert, sondern daß sie verändert wird -
verändert in Richtung auf die zunehmende Verwirklichung der sozialen Demokratie.


Mit diesen Worten eröffnete Willy Brandt am 5. Juni 1969
das AdsD der Friedrich-Ebert-Stiftung.


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AdsD der FES in Bonn.

Das Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung (AdsD) ist die zentrale
Aufbewahrungsstätte für Quellen aller Art zur Geschichte der deutschen und internationalen
Arbeiterbewegung, der aus ihr hervorgegangenen Organisationen wie Parteien und Gewerk-
schaften und der in diesen tätigen Personen.


Auch für die Erforschung der Sozialgeschichte allgemein und die Zeitgeschichte der Bundes-
republik Deutschland sind die Quellenbestände des AdsD unverzichtbar.

Das AdsD steht in der Tradition des ehemaligen Parteiarchivs der SPD, dessen Wurzeln
in die Anfänge der deutschen Sozialdemokratie zurückreichen, es ist aufgrund historischer
Ereignisse aber nicht mit diesem identisch und reicht in seinen Sammelgebieten weit über
das alte Parteiarchiv hinaus.

Als öffentlich geförderte Einrichtung steht das AdsD nach Maßgabe der Benutzungsordnung
allen Interessierten offen.


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Historica-Beamer
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Verbleib des DAG-Archivs.

Beitragvon Historica-Beamer » 01.12.2009, 12:26

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Verbleib des DAG-Archivs.

Die Bestände der Abteilung Bibliothek und Archiv (zum Ressorts Wirtschaftspolitik der DAG zugehörig) wurden teilweise
recht früh aufgelöst.

Filmrollen von der DAG, von den Bildungseinrichtungen der DAG, von Organisationen vor 1933 wie dem GdA und dem DHV
wurden dem 'Projekt Angestelltenbewegung' zur Verfügung gestellt und sollten anschließend an eine Außenstelle
des Bundesarchivs Koblenz gehen. Die DAG hätte ansonsten für die feuersichere und alterungsbeständige Aufbewahrung
von weniger als 10 größeren und einigen kleinen Filmen einen eigenen vollklimatisierten und feuerfesten Raum benötigt.

Das Archiv ging bereits Anfang 1994 (kurz vor der Reduzierung des Personalbestands) an das AdsD in der Friedrich Ebert-
Stiftung.

Die 1994 übergebenen Materialien umfaßten:

-> Flugblattsammlung der regionalen Angestelltengewerkschaften ab 1945 und den Organisationen vor 1933.
-> Fahnen der alten Angestelltenverbände vor 1933.
-> Zahlreichen Flugblätter der DAG, von mit der DAG verschmolzenen Verbänden,
der zahlreichen regionalen Angestelltenverbände ab 1945 und den Organisationen vor 1933.
-> Alte Gewerkschaftszeitschriften (nur ungebundener Bestand).
-> Eine Plakatsammlung einschließlich Plakatschrank.
-> Einigen, wenige Nachlässe und Nachlaßsplitter.


Das DAG-Archiv befand sich zuletzt im DAG-Haus im 12. Stock des Turms, hatte kein Findbuch und war auch nicht
sonderlich geordnet. Dieses Archiv oblag der Obhut von Koll. Gerlach und der Verantwortung von mir (Bernd Anders).

Die Friedrich-Ebert-Stiftung übergab mir zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Kopien von den von ihr zu erstellenden
Findbüchern oder machte mir gegenüber Angaben über die Eingliederung von Archiv- oder Buchbeständen.
Ich besitze also keinerlei Informationen über die eingegliederten bzw. die markulierten Teile.

Bei der Verschmelzung gingen

...die Bibliothek in mehreren Lieferungen an Ver.di nach Berlin
und wurde teilweise in einem Außenlager "zwischengeparkt".

... die Kartei der Bibliothek (alph. Katalog, Titelkatalog, Kreuzkatalog Körperschaft / Sachregister)
wurde vernichtet. (Ich fand das nicht überzeugend !)

... die umfangreiche Zeitungsausschnittsammlung*) kam zur Friedrich-Ebert-Stiftung nach Bonn.

... an die FES die Altablage der DAG-Bundesberufsgruppen, Ressorts und Abteilungen.

... zahlreiche Dubletten (z.B. Gewerkschaftszeitschriften der DAG, des DGB, seiner Einzelgewerkschaften, sonstiger
Gewerkschaften und Berufsverbände, Internationaler Organisationen) und Nicht-Gewerkschaftsmaterial sowie die
Rechenschafts- und Geschäftsberichte der Firmen wurden dem neu gegründeten Versandantiquariat Anders gegen
Auflagen zur Verfügung gestellt.

... an die FES eine Dublettenliste der vom Antiquariat Anders übernommenen Zeitschriften und sonstigen Periodika
vorab. Die FES erhielt damit die Möglichkeit, die zum Verkauf angebotenen Titel als erste Bibliothek gegen eine geringe
Bearbeitungsgebühr zu erhalten, machte hiervon jedoch keinen Gebrauch.

Im Jahre 2005 gingen Teile der von Ver.di übernommenen Materialien an die FES.
Dies entnehme ich einer Veröffentlichung der FES.

Die FES hat zwischenzeitlich einige Bestandsverzeichnisse erstellt und veröffentlicht.
Diese sind, soweit mir bekannt und die DAG direkt betreffend, hier im Forum als Literatur aufgeführt.
Die aufgeführten Titel erscheinen mir recht lückenhaft. Möglicherweise hat Ver.di weitere Bestände.

Zusammenfassend kann man sagen, daß der überwiegende Teil der Bibliothek, der Ausschnittsammlung und
der Archivmaterialien an das Archiv bzw. die Bibliothek der FES gegangen sind. Die Bibliotheksbestände sind
allerdings auf dem Weg dahin um Dubletten und Nicht-Gewerkschaftsmaterial, wohl aber auch darüber hinaus,
ausgedünnt worden.


Bernd Anders

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*) Heute würde man ein Zeitungsausschnittarchiv als 'IuD-Stelle' (= Informationsauswertung und Dokumentation)
bezeichnen oder mit einem "schönen" englischen Ausdruck belegen.

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DGB- und DAG-Archiv unter einem Dach.

Beitragvon -sd- » 23.11.2013, 14:24

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DGB- und DAG-Archiv unter einem Dach.

Als der DGB-Vorstand sich im Jahre 1995 entschloß, sein Archiv in die Obhut
des AdsD zu geben, lag der Umfang der eigenen Gewerkschaftsbestände des
AdsD bereits weit über dem des DGB-Archivs.

Als größte Gewerkschaftsorganisation außerhalb des DGB-Dachverbands
hatte die Deutsche Angestellten-Gewerkschaft (DAG) bereits 1994 ihr Archiv
dem AdsD anvertraut. Dieser bedeutende Bestand der gewerkschaftlichen
Angestelltenbewegung umfaßt inzwischen nahezu 1.000 lfd. Meter Akten,
darunter sporadisch Archivgut der Vorläuferorganisationen, ältere Personal-
akten sowie eine vollständige Überlieferung der Kongreßprotokolle (seit
DAG-Gründung), eine breite Überlieferung ihres wichtigsten Organs, des
Gewerkschaftsrats, und –- leider sehr lückenhaft - – Unterlagen einzelner
Abteilungen und Bundesberufsgruppen
.

Die Altregistraturen des DGB-Bundesvorstands reichen inzwischen von der
Gründung 1949 bis zum Jahre 2000 (nahezu 2.800 lfd. Meter Akten).
Über die Hälfte der Akten ist durch Findmittel erschlossen.


Quelle: Auszug aus einem längeren Text von Hans-Holger Paul
'Zentrale Quellen zur Sozial- und Zeitgeschichte: Gewerkschaftsakten
im Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung'
.
In: Der Archivar. Mitteilungsblatt für deutsches Archivwesen. Februar 2005.
http://www.archive.nrw.de/archivar/hefte/2005/Archivar_2005-1.pdf


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Dankenswerterweise übermittelt von Hans-Dieter Zemke.


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