Die Deutsche Kapitulation 1945.

Zeitgeschichtlich flankierende Ereignisdaten der Gewerkschaftgeschichte.

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Die Deutsche Kapitulation 1945.

Beitragvon -sd- » 11.09.2016, 12:46

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8. Mai 1945 Kriegsende - Befreiung von der Nazi-Diktatur.
Die deutsche Kapitulation 1945.


Als die Rote Armee in der Schlacht um Berlin schon im Stadtzentrum stand,
beging Adolf Hitler am Nachmittag des 30. April 1945 Selbstmord. Zu seinem
Nachfolger hatte er Großadmiral Karl Dönitz bestimmt. Aufgrund der vollkom-
men aussichtslosen militärischen Situation für Deutschland beabsichtigte
dieser eine Teilkapitulation gegenüber den Westmächten. Dönitz wollte den
Kampf gegen die Rote Armee noch fortsetzen, um möglichst viele "deutsche
Menschen vor der Vernichtung durch den vordringenden bolschewistischen
Feind zu retten" und sie nach Westen flüchten zu lassen. Zudem hoffte er,
die Westmächte würden sich mit Deutschland gegen die Sowjetunion verbünden.

Dönitz beauftragte Generaloberst Alfred Jodl, bei den Kapitulationsverhand-
lungen im Amerikanischen Hauptquartier entweder eine Teilkapitulation zu
vereinbaren oder aber eine viertägige Frist zwischen der Unterzeichnung
einer Gesamtkapitulation und der Einstellung aller Gruppenbewegungen zu
erhalten. General Dwight D. Eisenhower sah hierin den Versuch, das Bündnis
der Alliierten zu sprengen, und bestand auf einer sofortigen und bedingungs-
losen Gesamtkapitulation, billigte jedoch eine Frist von 48 Stunden für die
Übermittlung der Kapitulation an alle Truppenteile der Wehrmacht zu.
Am frühen Morgen des 7. Mai 1945 unterzeichnete Jodl im Namen des deut-
schen Oberkommandos die Gesamtkapitulation aller Streitkräfte im Alliierten
Hauptquartier in Reims. Um den Beitrag der Roten Armee an der Befreiung
Europas vom NS-Regime zu würdigen, wurde die Kapitulation nochmals im
Sowjetischen Hauptquartier in Berlin-Karlshorst unterzeichnet. Hier ratifi-
zierten, wie von Josef Stalin gefordert und in Reims festgelegt, die hoch-
rangigen deutschen Militärs Wilhelm Keitel, Hans-Georg von Friedeburg
(1889-1945) und Hans-Jürgen Stumpff (1889-1968) in Anwesenheit von
Marschall Georgi K. Schukow die Kapitulationsurkunde für alle Wehrmachts-
teile kurz nach null Uhr in der Nacht zum 9. Mai. Damit war der Zweite Welt-
krieg in Europa beendet. Deutschland stand in den folgenden vier Nachkriegs-
jahren unter alliierter Besatzung.

Quelle: Eine Information des Deutschen Historischen Museums Berlin.

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Schlußakt an der Weichsel.

Beitragvon -sd- » 23.11.2018, 21:59

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Vor 15 Jahren. Schlußakt an der Weichsel. Großangriff der Roten Armee /
Hitler besiegelte das Schicksal unserer Heimat / Millionen auf der Flucht.


Fünfzehn Jahre sind in diesen Tagen seit dem Beginn des katastrophalen
Schlußaktes vergangen, mit dem der Zweite Weltkrieg für Deutschland zu Ende
ging. Die Rote Armee blies mit einem zermalmenden Trommelfeuer in der
polnischen Winternacht das schaurige Signal dazu. Als sie Mitte Januar 1945
nach diesem Feuerschlag an der Weichsel zum Marsch nach Westen antrat, gab
es kein Halten mehr. Die dünnen deutschen Abwehrkräfte waren vom Artillerie-
sturm erschlagen, Truppen und Panzer der Sowjets ohnehin zehnfach überlegen.
Hitlers Fehlstrategie forderte grausigen Tribut. Alle Warnungen seiner Generale
hatten nichts genutzt. Acht Tage nach dem Angriffsbeginn (12. Januar) rollten
Sowjetpanzer über die schlesische Grenze auf Breslau zu, am 26. Januar er-
reichten sie die Oder, Anfang Februar standen sie 150 Kilometer vor Berlin.
Ostpreußen wurde abgeschnitten, Königsberg eingeschlossen. Stalins Einbruch
nach Deutschland war Wirklichkeit. Die Tragödie des deutschen Ostens zog
herauf, die damals in klirrender Schneekälte mit Flucht und Treckmärschen
ihren Anfang nahm und Millionen von Menschen in Bewegung setzte.

Die Lage an den Fronten rings um Deutschland war verzweifelt, als die Jahres-
wende 1944/1945 heranrückte. Im Westen standen Eisenhowers Armeen an
der Reichsgrenze, zwischen Aachen und Köln schon im Rheinland. Die deutsche
Gegenoffensive in den Ardennen Mitte Dezember war fehlgeschlagen, der letzte
Versuch, noch einmal Luft zu bekommen, damit gescheitert. Nun zitterten alle
vor dem nächsten Schlag aus dem Osten, der nach drei Monaten Stillstand an
der Weichsel unmittelbar bevorstehen mußte.

Nach ihrem Sommerdurchbruch bei Minsk waren die Sowjets im Herbst bis an
die Tore Ostpreußens und tief nach Polen vorgestoßen. In den drei Weichsel-
brückenköpfen von Baranow, Pulawy und Magnuszew massierten sie seitdem
ein Truppen- und Panzeraufgebot, wie es im Rußland-Krieg nie zuvor dagewe-
sen war. Auf jedem Kilometer Angriffsfront standen 250 Geschütze, in Groß-
batterien konzentriert. An den Schwerpunkten kamen auf einen deutschen
sieben russische Panzer, auf einen deutschen Soldaten elf Rotarmisten. An
der ganzen langgezogenen 1000-Kilometer-Front von der Ostsee bis zu den
Karpaten, die weder von natürlichen Hindernissen noch von Befestigungen
gestützt war, hatte die Wehrmacht 75 ausgeblutete Divisionen zur Abwehr
bereit. Stalins Marschälle versammelten allein in den Brückenköpfen für den
Angriff 180 Divisionen.

Verzettelte Kriegsmacht.

Der völlige Zusammenbruch der Kriegsführung Hitlers spiegelte sich in diesem
Mißverhältnis. Als Folge einer endlosen Serie von Fehlentscheidungen in den
vorhergehenden sechs Monaten war die verwundbarste und wichtigste deutsche
Front, die im Osten, zur Stunde ihrer höchsten Bedrohung am schlechtesten
versorgt und gerüstet. Die Wehrmacht hatte zu diesem Zeitpunkt sieben
Millionen Mann unter Waffen und 260 Divisionen im Feld. Aber nur wenig mehr
als ein Viertel von ihnen stand zum Schutz der offenen deutschen Ostgrenze
zur Verfügung. 76 Divisionen kämpften am Westwall gegen die Amerikaner und
Briten, 24 in Italien. Der Rest verzettelte sich auf weitgestreckte und entlegene
Kriegsschauplätze: zehn in Jugoslawien, 17 in Skandinavien, 28 in Ungarn, 30 im
Baltikum abgeschnitten, mit dem Rücken zur Ostsee.

So blieben für die weitgeschwungene Front in Polen tatsächlich nur ganze 75
Divisionen übrig, als im Januar 1945 der sowjetische Großangriff herannahte.
Alle Bemühungen der Heeresführung um Verstärkung fruchteten nichts. Von 23
nach den Sommerniederlagen neu aufgestellten Volksgrenadiereinheiten gingen
18 nach Westen zur Ardennenoffensive. Ein Dutzend Panzerdivisionen wurden
zum gleichen Zweck mit über 2000 neuen Panzern aufgefrischt. Die Ostfront
konnte nicht einmal die laufenden Verluste ausgleichen und bekam nur 900
Ersatzpanzer. Wer heute die Befehle des Führerhauptquartiers vom November
und Dezember 1944 studiert, steht vor dem Rätsel, ob Hitler aus Kopflosigkeit,
völliger Fehleinschätzung der Kräfte oder aus nihilistischem bösen Willen so
widersinnig handelte und damit den Osten Deutschlands mit dem Tor nach
Berlin schutzlos dem Schlußansturm der Sowjets preisgab.

'Unternehmen Schlittenfahrt'.

Hitler hinderte sein Ostheer sogar daran, sich wenigstens mit den vorhandenen
Truppen vernünftiger zur Verteidigung einzurichten. In den Weihnachtstagen
1944, drei Wochen vor dem russischen Angriff, übermittelte die Heeresgruppe
Mitte einen detaillierten Plan für einen beweglichen Abwehrkampf in Polen,
der die deutschen Verbände dem vernichtenden Artillerieschlag in den vorde-
ren Linien bei Angriffsbeginn entziehen und auf einer verkürzten Auffangstel-
lung zusammenfassen sollte. Das 'Unternehmen Schlittenfahrt' sollte genug
Kampfeinheiten vor dem sicheren Überrollt-werden retten, um eine organisierte
Verteidigung möglich zu machen, rückwärtige Reserven zu bilden und die Rote
Armee vor der Reichsgrenze noch einmal zum Stehen zu bringen.

Das 'Unternehmen Schlittenfahrt' fand nicht statt. Es wurde von Hitler genauso
abgelehnt wie die Vorschläge seines Generalstabschefs Guderian, zur Rettung
der Ostfront das Baltikum zu räumen, auf die kürzestmögliche Linie zwischen
Danzig und den Karpaten zurückzugehen und unverzüglich Panzerkräfte vom
Westwall als Verstärkung heranzuschaffen. Am Silvestertag 1944 trug Guderian
seine Pläne vor. Hitler untersagte jede Rückwärtsbewegung und beharrte darauf,
auch die abgeschnittene Front im Baltikum zu halten, weil Großadmiral Dönitz
die Freihaltung der Ostsee für Versuche mit neuen U-Boottypen verlange.

Vom Trommelfeuer erschlagen.

"Selbst mein Hinweis", berichtet Guderian, "dass das Ruhrgebiet durch Bomben-
angriffe stillgelegt sei, daß hingegen Oberschlesien noch voll arbeiten könne
und daß sein Verlust den Krieg in wenigen Wochen zum Erliegen bringen müsse —
alles das half nichts". Das Schicksal der Ostfront war damit besiegelt.

Zwölf Tage später, im Morgengrauen des 12. Januar 1945, brach an der Weichsel
der Feuerorkan los, der die nutzlos in vorderster Stellung gefesselten deutschen
Verbände glatt erschlug. Innerhalb von Stunden war der Durchbruch erzwungen.
An versprengten deutschen Kesseln vorbei rollten die Panzermassen der Sowjets
nach Westen. Die deutschen Gegenkräfte besaßen nicht einmal genug Benzin,
um in den Kampf zu fahren.

Erst am 22. Januar, als die Front weit aufgerissen war, die Rote Armee in jagen-
der Verfolgungsschlacht bei Breslau schon die Oder erreichte und über Posen in
Richtung Berlin vorstürmte, holte Hitler — viel zu spät — eine Panzerarmee von
der abgebrochenen Ardennenoffensive nach Osten. Nun war das oberschlesische
Revier schon verloren, die Kriegsverwüstung nach Deutschland eingebrochen,
Menschen gingen zu Millionen auf die Flucht — das Schlimmste konnte nicht mehr
abgewendet werden.

Dies war das Ende eines Wahnsinnskrieges, den wir mit unserer Heimat und
unserem Volk mit Millionen von Toten bezahlt haben. Wir als die Meistgeschla-
genen sollten daraus die Lehre ziehen, daß es in aller Zukunft keinen Krieg
mehr geben darf um der Menschlichkeit willen, zu der wir uns in der Charta
der Vertriebenen vorbehaltlos bekannt haben.

Quelle: OSTPREUSSEN-WARTE, Februar 1960

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