Emil Blechschmidt.

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Emil Blechschmidt.

Beitragvon -sd- » 16.02.2010, 20:33

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Werner Brando wurde im Juli 1951 in Kassel wiedergewählt
und am 1. April 1952 von Emil Blechschmidt abgelöst,
der bis 1957 DAG-Bundesjugendleiter blieb.

Blechschmidt war ein geachteter und beliebter Jugendleiter.
Er war ein blendender Redner, robust und konnte für sich einnehmen.

http://dag-forum.de/dag-bilder/personen ... chmidt.jpg

Auf dem Münchner Gewerkschaftstag vom 7. bis 10. Oktober 1957 unterlag
Blechschmidt seinem Konkurrenten Carl Ruge in einer Kampfabstimmung.
Rolf Spaethen nahm ihn in sein Wirtschaftressort auf.

Er war Nachfolger von Max Ehrhardt (LV-Leiter 1949-1960)
in der Leitung des DAG-Landesverbandes Württemberg-Baden.

Max Ehrhardt starb am 11. September 1968.

Emil Blechschmidt (1920-1974) starb 1974.

http://dag-forum.de/dag-bilder/dag-juge ... 1957-1.jpg
http://dag-forum.de/dag-bilder/dag-juge ... 1957-1.jpg
http://dag-forum.de/dag-bilder/dag-juge ... h-1954.jpg

Diese drei Fotos wurden dankbarerweise von Hans-Jörg Peemann, Berlin,
zur Verfügung gestellt.


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Beitragvon -sd- » 14.03.2010, 19:22

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Emil Blechschmidt.

Es ist eine Münchener Supermischung. Seine ersten Schreie verklangen in der Schwanenthaler-
höhe und seine Streiche, die bestimmt nicht ohne waren, lieferte er in Schwabing.

Inzwischen ist er 33 Jahre alt geworden. -
Stift war er auch einmal, und zwar in einer Versicherung.
Er bekam das Diplom und ein halbes Jahr Lehrzeit geschenkt. -

Außerdem bekam er Fernweh. Mit dem Fahrrad und mit 50 Reichsmark kam er nach Hamburg.
Es gelang ihm, auf dem Motorschiff 'Rheinland' als Maschinenjunge angeheuert zu werden.
Reiseziel: Ostasien.

Nach seiner Rückkehr arbeitete er wieder in seinem vorherigen Betrieb. Dann:
Arbeitsdienst - Militär - Gefangenschaft - Entlassung - Wiedereintritt in seine alte Firma.

Er interessierte sich stark für soziale Fragen und wurde bald zum Betriebsrat gewählt.
Verlobt war er mit der Gewerkschaft schon vorher. 1948 verheiratet er sich mit ihr.

In seiner seit diesem Ehebündnis sehr wenig vorhandenen Freizeit treibt er Sport:
Boxen, Handball, Fußball und was es sonst noch so gibt.

Bei unserer DAG-Jugend in Bayern ist Emil Blechschmidt als Landesjugendleiter schon lange
ein Begriff. Seit dem 7. April 1952 sitzt er nun in Hamburg. Wenn er dort seinen Leitsatz
'In der Ruhe liegt die Kraft ' nicht vergißt und sich trotzdem sein für ihn typisches Temperament
erhält, haben wir einen Bundesjugendleiter, von dem wir allerhand erwarten dürfen.

Wie er sich seine Arbeit und seine Aufgabe vorstellt ? -
Nun, mir hat er es schon gesagt, weil ich ihn direkt danach fragte. - Er meint:
Mit den 'Richtlinien für die Jugendarbeit in der DAG', den 'Forderungen' und den 'Leitsätzen'
habe sich die DAG-Jugend den Rahmen für ihre Tätigkeit gesteckt und ihre materiellen und
ideellen Ziele umrissen und zu Papier gebracht. Es käme nun darauf an, dieses Programm
mit Leben zu füllen. Die positiven Kräfte aus der Vergangenheit (repräsentiert durch die
Überlieferungen aus der romantischen Jugendbewegung) und die Erfordernisse der Gegen-
wart (die Erkenntnisse der modernen Soziallehre) müßten in Harmonie zueinander gebracht
werden, um fern jeder Einseitigkeit und getreu den uns selbst gestellten Aufgaben:

Die Angestelltenjugend von der Notwendigkeit gewerkschaftlicher Arbeit zu über-
zeugen und sie im demokratischen Sinne zu erziehen.

Die Angestelltenjugend durch Fortbildungskurse, vor allem in unseren Scheinfirmen,
berufstüchtig zu machen und sie bei Sport und Spiel, Wanderungen, Heimabenden
und Vorträgen zu körperlich, geistig und charakterlich vollwertigen freien Menschen
heranzubilden.


Wir wünschen ihm zu seiner schweren Aufgabe viel Erfolg und versprechen,
ihn zu unterstützen zum Wohle der Angestelltenjugend und der gesamten DAG.

M. B.

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Quelle: 'Jugendpost', Februar 1953, Zeitschrift der DAG-Jugend.
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