Annie KIENAST * 1897 in Hamburg, + 1984 in Hamburg.

Menschen und Charaktere. Herausragende Persönlichkeiten der gewerkschaftlichen Angestelltenbewegung.

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Annie KIENAST * 1897 in Hamburg, + 1984 in Hamburg.

Beitragvon -sd- » 14.11.2015, 10:49

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Annie KIENAST * 1897 in Hamburg, + 1984 in Hamburg.
Mitbegründerin der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft.

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Annie Kienast entstammte einer sozialdemokratischen Arbeiterfamilie. Sie
wuchs mit fünf Geschwistern auf und erlernte den Beruf der Textilverkäuferin.
Im Alter von 21 Jahren trat sie der SPD und der Gewerkschaft bei. Die Gewerk-
schaftsarbeit wurde ihr politischer Schwerpunkt. Aktiv betätigte sich Annie
Kienast im Zentralverband der Handlungsgehilfinnen (ZdH), später in
dessen Nachfolgeorganisation dem Zentralverband der Angestellten (ZdA),
und gehörte zu den Organisatorinnen des ersten Streiks der Hamburger Waren-
Hausangestellten im Februar 1919, bei dem es um höhere Löhne, gleichen Lohn
für gleiche Arbeit für Männer und Frauen und um die 19-Uhr-Ladenschlußzeiten
ging. Der sechs Tage dauernde Streik führte zum Erfolg, doch Annie
Kienast verlor infolge ihres gewerkschaftlichen Engagements ihre Arbeitsstelle.
Daraufhin erhielt sie eine Anstellung im ZdA, für den sie von 1919 bis 1921
tätig war.

Zwischen 1921 und 1933 arbeitete sie als Warenhausverkäuferin im Konsum-,
Bau- und Sparverein 'Produktion' und war gleichzeitig als Mitglied des Gesamt-
betriebsrats des genossenschaftlichen Unternehmens eine der wenigen
Betriebsrätinnen in der Hansestadt.

In ihrer gewerkschaftlichen Arbeit setzte sich Annie Kienast besonders für
die Belange der erwerbstätigen Frauen ein
.


Da Gewerkschaftsarbeit und Politik ihr Leben ausfüllten, blieb Annie Kienast
ledig.

1933 wurde sie von den Nationalsozialisten aus politischen Gründen bei der
'Produktion' entlassen und erhielt erst 1935 wieder eine Anstellung als Verkäu-
ferin.

Nach Kriegsende schloß sich Annie Kienast erneut der SPD an, für die sie von
Oktober 1946 bis Oktober 1949 Abgeordnete der Hamburgischen Bürgerschaft
war. In der Nachkriegszeit war Annie Kienast Mitbegründerin der Deutschen
Angestellten-Gewerkschaft (DAG), deren Hauptvorstand sie bis 1957 angehörte.

Das Grab von Annie Kienast befindet sich auf dem Ohlsdorfer Friedhof
(bei Kapelle 6, Grab Nr. Y 32.434).

Siehe auch:
Hamburgisches Biografie-Personenlexikon, Band 2,
herausgegeben von Franklin Kopitzsch / Dirk Brietzke:
https://books.google.de/books?id=bgix7BXklY8C&pg=PA212&lpg=PA212&dq=

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Ergänzend mitgeteilt von Hans-Dieter Zemke.
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