Ringen um Lösungen, Entscheidungen und Erfolge.

Ringen um Lösungen, Entscheidungen und Erfolge.

Beitragvon -sd- » 08.04.2016, 18:49

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Margrit Wendt, Vorsitzende des ver.di-Gewerkschaftsrats:

Liebe Kolleginnen und Kollegen, als ich vor vier Jahren zusammen mit Frank Bsirske den ersten ver.di-Bundeskongreß eröffnete,
sprachen wir von dem ver.di-Baum, von seinen Wurzeln, seinen Verästelungen und seinem Wachstum. Vier Jahre sind vergangen,
und ver.di steht fest verwurzelt und kraftvoll für die Arbeitnehmerrechte in diesem Land. ver.di hat zahlreichen Stürmen wider-
standen und seinen Mitgliedern stets und immer Schutz, Halt und Orientierung geboten.

Was in den letzten vier Jahren geschah, sollen unsere Geschäftsberichte aufzeigen. Sie sollen vor allem darauf hinweisen, welche
Spuren wir gelegt haben, aber auch welche Wege noch vor uns liegen, um unsere gemeinsamen Ziele zu erreichen. Nicht die
Leistung des oder der Einzelnen ist darzustellen, sondern das gemeinsame Ringen um Lösungen, Entscheidungen, Hindernis-
bewältigung und Erfolge.

Nicht alle, die mit uns gestritten, gekämpft, gelacht und gesiegt haben, können heute noch an unserer Seite sein.
Stellvertretend für sie alle möchte ich Heinz Kluncker nennen, der am 21. April 2005 nach langer, schwerer Krankheit kurz nach
seinem 80. Geburtstag verstorben ist. Mit Heinz haben ver.di, die deutsche und die internationale Gewerkschaftsbewegung
eine Persönlichkeit verloren, die unser Streben nach mehr Gerechtigkeit wie kaum eine andere verkörperte. Mit seiner erfolg-
reichen Arbeit als Vorsitzender der Gewerkschaft ÖTV von 1964 bis 1982 hat Heinz weit über seine Amtszeit hinaus Maßstäbe
gesetzt. Er war eine feste politische Größe in der Bundesrepublik Deutschland, ob als Wegbereiter der Aussöhnung mit dem
Osten, als Tarifpolitiker oder als Reformer des Sozialstaats. Seine Geradlinigkeit, Ehrlichkeit und Verläßlichkeit hat er immer in
den Dienst der Interessen seiner Kolleginnen und Kollegen gestellt. Für uns ist sein Tod ein großer Verlust.

Erinnern wir uns stellvertretend an Ursula Konitzer. Am 2. April 2004 ist die ehemalige stellvertretende Vorsitzende der DAG
nach langer, schwerer Krankheit verstorben. Ursula war bei der DAG zuständig für die Wirtschaftspolitik. Ihre Arbeit war geprägt
von hohem Sachverstand, von Engagement und großer sozialer Kompetenz. Nach ihrem Ausscheiden aus dem DAG-Bundes-
vorstand wurde Ursula Mitglied des Kuratoriums der Ruhegehaltskasse. Neben ihrem fachlichen Ansehen genoß Ursula wegen
ihrer Fairneß und ihrer Geradlinigkeit ein hohes Ansehen und hohe Wertschätzung weit über ihre gewerkschaftliche Tätigkeit
hinaus. Mit ihr haben wir ein großes Vorbild verloren.

ver.di und die internationale Gewerkschaftsbewegung trauern um eine bedeutende Persönlichkeit, einen großen Gewerkschafter:
Kurt van Haaren. Kurt war als langjähriger Vorsitzender der Deutschen Postgewerkschaft einer der ver.di-Gründungsväter. Er war
eine feste Größe in der deutschen Wirtschaft und in der deutschen Politik. Er stand maßgeblich für den sozialverträglichen Umbau
der drei Bundespost-Nachfolgeunternehmen Postbank, Post AG und Telekom. „Niemals nachlassen“ war sein Leitmotiv. In diesem
Sinne stellte er seine Arbeit in den Dienst der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, national wie international. Seine Ehrlichkeit,
Verläßlichkeit und Beharrlichkeit machen ihn unvergessen. Kurt starb am 14. Juli 2005 kurz vor seinem 67. Geburtstag.

Erinnern wir uns stellvertretend für viele an Günter Volkmar. Am 22. Februar 2006 verstarb der ehemalige Vorsitzende der HBV
kurz vor seinem 83. Geburtstag nach langer, schwerer Krankheit. Sein außergewöhnliches Engagement richtete sich vor allem
gegen Sozialdumping, für ein sozial-fortschrittliches Europa und für gewerkschaftliche Solidarität. Seine Persönlichkeit zeichnete
sich durch seinen Gestaltungswillen und seine Umsetzungsstärke aus. Seine Arbeit lebte von seiner wachen und lebendigen
Phantasie, aus der er richtungsweisende Ideen schöpfte. Sein Wirken war allgegenwärtig, und er prägte damit maßgeblich die
HBV. Günter Volkmar wird allen, die ihn kannten, in eindrucksvoller Erinnerung bleiben.

Erinnern wir uns stellvertretend für viele an Manfred Bartsch. Manfred war bis zu seinem plötzlichen unerwarteten Tod am
13. April dieses Jahres Landesbezirks-Fachbereichsleiter Gesundheit, soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen in Sachsen-Anhalt
und gehörte seit 2001 der Landesbezirksleitung an. Er widmete sich seiner verantwortungsvollen Tätigkeit mit viel Engagement
und Elan. Er war für seine hohe Kompetenz bekannt. Wir verlieren mit Manfred Bartsch einen Gewerkschafter, dessen prägende
Merkmale Beharrlichkeit und Nachhaltigkeit waren.

Und, liebe Kolleginnen und Kollegen, erinnern wir uns, stellvertretend für viele, an Anton Reuer. Unser Kollege und langjähriger
Sekretär des ver.di-Gewerkschaftsrats hat am 4. August seinen Kampf gegen den Krebs verloren. Alle, die Anton kannten und
ihn hier bei seinem Einsatz für seinen Gewerkschaftsrat, für ver.di erlebt haben, wissen: Anton war die gemeinsame Sache
stets wichtiger als die eigene Person
. Er hat uns bis zum Schluß mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Deshalb hinterläßt er
einen großen Auftrag: unseren Einsatz für die Menschen, für Gerechtigkeit, für Respekt und Anerkennung, für ein menschen-
würdiges Leben für alle. Dankbar für die vielen Stunden, die wir mit ihm teilen durften, lebt er für uns als der erste Sekretär
des ver.di-Gewerkschaftsrats
in unseren Gedanken weiter.

Abschied nehmen tut weh, besonders wenn es für immer ist. Aber das Votum unserer Verstorbenen ist uns Ansporn und Auftrag.

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